11.06.2021
Ein Ratskeller im historischen Rathaus
Pressemitteilung der Stadt Bernau, 115/2021
Nichts Ungewöhnliches am Bernauer Marktplatz: Archäologen sind mit Spachtel, Pinsel und Schaufel am Werke. Schon beim Bau des Neuen Rathauses haben sie viele Funde zu Tage gefördert. In vollem Gange sind nun die Vorbereitungen für einen Ratskeller im historischen Rathaus. Von der Brauerstraße aus werden dazu eine Außentreppe und ein barrierefreier Aufzug gebaut. Begleitet werden die Arbeiten vom Archäologiebüro Archaeros.
Die Experten haben dabei schon Fundamente von Vorgängerbauten entdeckt. „Außerdem Ofenkacheln, eine Münze, einen Pfeifenkopf, eine Glasmarke und Glasscherben – hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert“, informiert Archäologe Christoph Rzegotta.
Im Kellergewölbe des unter Denkmalschutz stehenden Rathauses gehen derweil die Innenarbeiten weiter. Auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern werden vier Gasträume, eine Küche mit Nebengelass sowie Sanitärräume eingerichtet. Im Herbst soll der Ratskeller seine Pforten öffnen. Bewirtschaftet wird dieser dann von Jan Sievers, der auch das Bernauer Oktoberfest auf dem Marktplatz organisiert. Er will den Gästen „moderne deutsche und europäische Küche“ anbieten. Der künftige Koch des Ratskellers hat in italienischen, spanischen und englischen Restaurants gearbeitet. „Das Rathaus ist das erste Haus am Platze. Da ist es eine Verpflichtung, im Ratskeller besondere Speisen, besonderes Ambiente und besonderen Service anzubieten“, so Jan Sievers.
Seit immerhin 216 Jahren steht das historische Rathaus an seinem Platz. Zuvor standen an der gleichen Stelle Rathäuser, die in den Jahren 1406 und 1486 gebaut worden sind. „Da das jetzige Rathaus kleiner ist als seine Vorgängerbauten, finden wir im Fundament unterschiedlich altes Mauerwerk“, so Bernaus Museumsleiter Bernd Eccarius. Durch ein „archäologisches Fenster“ können die Gäste des Ratskellers künftig die Mauer eines mit Steinen im sogenannten Klosterformat gebauten historischen Gebäudes bestaunen. Das Kellergewölbe diente einst als Gefängnis, später dann als Lagerraum. Einen Ratskeller gab es auch schon im 19. Jahrhundert, allerdings im Erdgeschoss des Rathauses. Gefördert wird der Ausbau des Ratskellers über das Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“.